Mensch, Gorbi!

Was war das nur? Hätte das was werden können?

Es war ein schöner Traum. Vom guten Lenin und der verfälschten Lehre. Aber es war keine Wirklichkeit.

Du hast das geglaubt und so vertreten, dass es viele Leute anzog, die längst resigniert nur noch zynische Witze über „die alten Männer“ rissen, die da umgeben von Ruinen, immernoch schwafelten, der Sozialismus würde siegen.

0. Vorgeplänkel

Am Anfang stand ein Witz von 1985: Tschernenko war wiedermal wochenlang nicht gesehen worden, da spekulierte der Ostblock auf der Straße und am Stammtisch bereits über die Nachfolge:

„Wer wird Tschernenkos Nachfolger?“

„Sein Vater.“

Tschernenko war älter als sein Vorgänger Andropow, als dieser starb. Und er war seniler als sein Vorvorgänger, dessen Kurs er fortsetzen sollte: Breschnew.

Eine sowjetische Hindenburgfigur. Nur ohne Legenden-Sieg zuvor.

„Ein Krokodil hat 4 Beine und 72 Zähne. Beim Politbüro der KPdSU ist es andersrum.“

Ja – das waren damals so Lacher.

Und dann kamst du.

Jungspund. U60!

Das erzähl mal dem heutigen Amerika, wie dir das gelungen ist!

1. Die Erfolge

Rums – flogen erst mal ca 50 vertrottelte Altkader aus dem obersten Sowjet, damit jüngere Mit50er nachrücken konnten.

Rums – erschien deine erste Erweckungsrede in der „Prawda“ und deshalb auch auf Deutsch im „Neuen Deutschland“ – und plötzlich wollte JEDER diese Rede lesen! Und alle späteren ebenso!

Drei Seiten vierspaltig vollständiger Abdruck eines Monologs eines KPdSU-Chefs – das gab es seit 1945, – aber dass die gelesen wurden, geschah das letzte Mal 1956 unter Chrustschow.

Wir hatten das schon als Schüler drauf, welche Phrasen die 1en in Staatsbürgerkunde brachten. Die Gebetsmühle war festgetackert. Das sparte Zeit, dieses laaaange Bonzengeseiere in der Tagespresse zu lesen. Nichts wandelte sich vom späten Chrustschow 1964, den der Personenkult einholte bis zum Tschernenko-Ableben 1985.

Die Vergreisung der Obrigkeit, die Visionslosigkeit, das zum Schluss gar nicht mehr kaschierte offizielle Lügen – alles sichtbar, alles galgenhumorig bewitzelt – aber still ruhte der See, denn Panzer allenthalben.

Und dann du mit der Verkündung, dass „unsere Verbündeten das Recht haben, ihre Probleme selbst zu lösen“ – was ja hieß: Schießt auf euer eigenes Volk, wenn ihr euch traut. Unsere Panzer bleiben in der Kaserne.

Ui! Von da an ging den Wandlitzern die Muffe.

Gorbis BuchDu sorgtest für Knüller wie am Fließband: Rejkjavik, der Kuli-Tausch. Raus aus Afghanistan! Dein Bestseller-Buch vom „Europäischen Haus“, das viele kauften, aber niemand las. Sehenswerte Kinofilme – in die man in der DDR nun freiwillig ging – und die schnell wieder aus dem Programm verschwanden: „Agonie“; „der kalte Frühling 1953“, „die Kommissarin“.

Glasnostch und Perestroika.

Die DDR sperrte sich. Ließ aber die Silly LPs erscheinen. Und Strittmatters „Laden“ voller Spitzen auf den Stillstand. Verbot zwar den „Sputnik“, übersah aber „Das XX. Jahrhundert und der Frieden“. Darin der volle Wortlaut der Charta der Menschenrechte; die vollständige Schlussakte von Helsinki, die verheerende Bilanz der verschleppten Entstalinisierung ohne Rehabilitierung usw. Dissidentenkonterbande. Journalistischer Sprengstoff am Zeitungskiosk. Es war zu spüren, dass da was ins Rutschen kam.

Es wurden DEFA Filme möglich wie „Der Hut des Brigaders“ und „Die Entfernung von mir zu ihr zu dir“.

Immer brenzligere Diskussionen in den Montagssitzungen. Das große „Erwachen“. Eine Schülerin  vertickte Sticker von Gorbi. Unter anderem an mich. Am nächsten Tag kam ich im Sakko auf Arbeit, mit dem Sticker am Revers und war prompt DIE Sensation:

„Du willst wohl direkt in den Knast?“

„Von der Sowjetunion lernen, heißt: Siegen lernen! – Und nun?“

Dein Konterfei stärkte mir und vielen anderen den Rücken.

Was kam, wissen wir, die wir dabei waren – ob nun im Hinterzimmer der Pastorenwohnung in Schwante oder „hinter der Gardine“ montags abends – in fast jeder Kleinstadt, ab dem 7.Oktober 89.

„ADN hör off zu penn‘!“

„Schnitzler in den Tagebau! Erich och und seine Frau!“

4.11. Alexanderplatz. Höhepunkt des Perestroika-Traums.

9.11. Schabowskis Versehen…

Bis dahin warst du der verehrte Macher.

Dann zogen sie dich über den Tisch.

2. Die Kehrseite der Medaille

Die West-Alliierten bekamen einen ehrenvollen Abzug aus Deutschland.

Die Sowjetarmee reiste so armselig ab, wie sie einst gekommen war.

Obwohl unstrittig SIE die Hauptlast des letzten Weltkrieges hatte tragen müssen.

(Und Jelzin versaute ihr das letzte Bisschen Restwürde noch durch seinen Suff. Du warst da schon weg vom Fenster. Er war ein Held für 5 Minuten damals während des Putsches 1991; aber er war als Staatsmann peinlicher als Wilhelm II., Clinton und Trump zusammen.)

„Ihr Russen wart so brutal 1945! Die Amerikaner warfen nur mit Kaugummi!“

Niemand kontextualisierte den plötzlich wieder aktuellen Leidensweg der „Anonyma“ Sommer 1945 in Berlin und „Nemmersdorf“ mit dem Vormarsch 41/42 im „Untermenschenland“ und dem „Rückzug“ per „verbrannter Erde“. Außer dem ORB, der gut gestartet war, aber zum lausigen RBB verkam.

„Keine Osterweiterung der Nato über die Oder.“

Das sagte Genscher und alle ARD-Kommentatoren papageiten es nach. Dem Spruch entging niemand, der nicht im Koma lag! Der stand damals in allen wichtigen Zeitungen. Der Eiertanz heute ist bemerkenswert, wenn jemand daran erinnert.

„Kein schriftlicher Vertrag. Also keine bindende Relevanz. Ätschewobätsche!“

Zuhause bei euch wirkte sich die Glasnostch negativ aus: Zwar konnte sich nun ab 1985 jeder medial freischimpfen. Aber neue Ideen entstanden nicht. Und wer schimpft, der befreit sich auch von dem Druck, den Mangel wenigstens noch einigermaßen bemänteln zu helfen. Unter Tschernenko wurden Kaufhallen anweisungsgemäß noch mit Restware befüllt.

Nun zeigten sich die Regale nackt – und niemand war dafür verantwortlich.

Wie immer, wenn eine Autokratie zusammenbricht, zeigt alles auf den ganz oben, der den Laden „nicht mehr im Griff hat“, oder der gar gerade verstorben ist, so dass sich Aufarbeitung erübrigt: Plötzlich sind IMMER ALLE Widerstandskämpfer gewesen.

In Russland träumt die russische Seele viel. Im weiten Land ist jeder sein eigener Robinson. Da sind Idyllen schnell erfunden. Supergute Romanhelden. Und Rezepte für die Welt:  Von Lew Tolstoj, Bulgakow, Aitmatow, Kim, Tendrjakow, Wassiliew….

Du träumtest von obsiegender Vernunft.

Die staatlichen Leiter der sibirischen Bergwerke und Ölraffinerien träumten nicht. Sie machten: Maximalprofit. Garantiert steuerfrei; in Zeiten des „Freien Marktes“. Ihre Konten platzten. Ihre Arbeiter streikten – für Seife nach der Schicht! Wir sahen’s in der Tagesschau und im Weltspiegel:

Der „Sowjetmensch“ verdreckt – auf dem Nullpunkt! Und du -so hilflos- unter ihnen.

Du reistest durchs Land wie ein zweiter Chrustschow und versuchtest Engagement „für alle“ herbeizureden. Aber es erging dir wie ihm: Viel Grinsen. Ein bissel andressierter Beifall. Geballte Fäuste in der Tasche und – nastarowje hinterher. Resignation. Denn sie hatten die Not – und du nur salbungsvolle Worte.

Die SU begann sich aufzulösen: Du standest vor einem Rätsel. DAS hattest du gar nicht auf dem Schirm! Zu weltfremd war die Parteischule. Zu befangen der Blick des Funktionärs unter Pflicht-Lächlern und Funktionären.

Schließlich gabst du dem Drängen des „Apparates“ nach und ließest Panzer rollen in Litauen. Das erste Blutvergießen der neuen Ära.

Aber die Menschenkette durchs Baltikum erzeugte DIE Bilder, die es braucht, um die Weltöffentlichkeit Anteil nehmen zu lassen: Das Baltikum musstest du ziehen lassen.

Die alten Kräfte wollten nun schnell den Deckel auf dem Pfeifkessel wieder festschrauben. Nun, da etwas Unmut ja entwichen war. Also Putschversuch gegen dich, den Modernisierer. – Verpfuscht. Jelzins große Stunde!

Aus für die KPdSU. Aus für dich. Schluss mit der UdSSR. Die GUS als Rohrkrepierer.

Trotzdem sonnte sich Jelzin in jahrelanger Selbstüberschätzung.

Wie ein idiotischer Sitzenbleiber hatte er nur eine Phrase aufgeschnappt und beherzigt: Der Markt wird’s richten.

Also ließ er „die freien Kräfte“ walten. Die Mafia. Die Oligarchenarmeen. Die kriminellen Kleinganoven. Ein stolzes Volk verkam noch mehr als in der Stagnation zuvor. Vielen erschienen nun die Andropow/Tschernenko-Intermezzi 1982-85 wie „gute alte Zeit“.

Die schlimmen 90er – die Jahre der Oligarchenkriege. Und du als privilegierter Rentner ohne Bedeutung! Voller Selbstzweifel. Immermalwieder „im Westen“ zum Durchatmen. Dann immer TV. In Deutschland bliebst du Held. Die „Goldene Henne“ für dich. Wie auch für Genscher. Jeder Bericht über derartige Ehrungen in der Presse zu Hause ein weiterer Sargnagel: Deine Privilegien – ihr Elend.

Rette sich, wer kann – aus dem Jelzin-Chaos! Das Baltikum ist frei! Das Filet-Stück des alten Großreiches ist weg! Die Region der spärlichen Konsumgüterproduktion.

Dominoeffekt: Nun wollten Kasachstan, Aserbaidschan, Kirgisien usw. ebenfalls weg.

Das waren die asiatischen Kolonien aus der Zarenzeit. Problem: Dort stand die Raumfahrtzentrale. Dort waren die nuklearen Testgelände.

Baltikum und Asien – das waren „fremde Völker“, die sich benachteiligt fühlen konnten, die eigene Identitäten im Verborgenen bewahrt hatten.

Aber schließlich Weißrussland, Ukraine, Georgien? Russische Erde?! Die Schlachtfelder des „Großen Vaterländischen Krieges“? Was ritt DIE – gehen zu wollen? Jelzin vs. volle Schaufenster im nun möglichen Westfernsehen.

Nationalismus? Weißrussen und Kleinrussen sind keine Russen(mehr)? Eine dürftige Tünche, die erst noch zusammengeklittert werden musste.

Der Kalte Krieg war zu Ende. Der Weltfrieden brach nicht aus.

Der Kampf um die Konkursmasse der Supermacht hatte begonnen.

Wem gehört ihr nukleares Knowhow? Wird kontrollierbar bleiben, wohin die Fachkräfte verschwinden, die plötzlich niemand mehr bezahlte?

Der STERN titelte 1992. „Die Bombe für die Ayatollahs?“. Neue Ängste gingen um. Panzerrohre alter T52 wurden zersägt, aber neue Rüstungsdeals vorbereitet. Osteuropa kaufte nun Westwaffen.

Die „Kornkammer Russlands“ manövrierte sich mehr und mehr zwischen alle Stühle.

In Korruptionssümpfen verfangen konnten die Machthaber ihrem Wahlvolk nichts anderes bieten als „den großen Traum“: Ewroppa! Das Gebilde, aus dem unsere Videokassetten kommen! Das Land von Modern Talking! Dahin wollen wir!

Wie das gehen soll, ohne Oligarchen zu erschießen, blieb unklar. Umso lauter die Absichtserklärungen! Im Märchen hilft ja wünschen auch!

2014 verlief erschreckend. 2022 wurde schlimmer.

Vernunft – ist bis auf weiteres auf der Flucht.

3. Der Abgesang

Neulich hatte ich dein erstes Buch noch einmal in der Hand „Umgestaltung und neues Denken…“. Ich las die ersten Seiten. Aber ich konnte das nicht mehr ertragen. 1986 war das „Manna“. 2022 nur noch lieb gemeinter Staatsbürgerkunde-Lehrbuchduktus, der fälschlicherweise davon ausgeht: Der Mensch sei gut. Er werde nicht gefährden, worauf er angewiesen ist. 1986 wollten wir das glauben. Lieber als das „weiter wie bisher“ unserer Betonköpfe. Wir wussten es – wie du – nicht besser. Wir träumten wie die grüblerischen Russen zuvor, vom perfekten, gerechten Staat. Geführt von allseitig geschulten, intelligenten Anführern, quasi „Guten Königen“ mit Parteiabzeichen. Wir waren ja nirgends und kannten nichts.

Als die Mauer fiel, trat ein, was City 20 Jahre später so besangen:

„Wir kamen mit Freuden auf eure Seite!
Ihr machtet den Deal – wir machten Pleite!“

Wir lernten inzwischen:

It’s the economy, stupid!

Die Masse allerdings braucht eine andere Möhre vor dem Maul, damit sie trabt.

So war es immer.

Manchmal galoppiert der Größenwahn der Wirtschaftsoligarchie jedoch derart, dass sie glauben, auch diese Möhre noch einsparen zu können. Und dieser Punkt scheint mir derzeit erreicht.

Wir werden sehen, wie das ausgeht. Wir werden es durchleiden müssen.

Gorbatschow

Du nicht mehr. Du hast nun Ruh in der ewigen Erde.

Dein Buch auch – in der blauen Tonne.

Mach dir nichts draus. Warst ein Guter. Wolltest retten.

Gäbe es einen Gott, so hätte er dir die letzten 10 Jahre mit Sicherheit erspart. Es muss eine Qual gewesen sein.

Schlaf gut, alter Träumer.

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12 Gedanken zu “Mensch, Gorbi!

  1. Nun ja, ob die alte Union(?) der Russen die Hauptlast es Krieges getragen hat?

    Schließlich waren sie eine Zeit lang mit dem dösigen Österreicher in Deutschland verbündet, hatten schon Polen und anderes aufgeteilt , auch wenn Putin das auch nicht mehr wahr haben will und dummes Zeug veröffentlicht nebst anderen Lügen, ach nein, heißt ja seit Trump „alternative Wahrheiten“…

    Und dieses Märchen von der Zusage, die Osterweiterung der Nato nicht zu vollziehen…
    Es hat nie einen Vertrag oder ähnliches gegeben und Gorbi hat für die Wiedervereinigung von Deutschland reichlich die Hand aufgehalten.

    https://www.swr.de/wissen/1000-antworten/gab-es-zusagen-an-moskau-die-nato-nicht-nach-osten-zu-erweitern-100.html

    Darüber hinaus – wer ist Russland, dass es bestimmt, welches Land in ein wie auch immer geartetes Bündnis eintreten darf oder nicht?

    Diesem kleinen Möchtegern Zaren ging der sprichwörtliche Arsch auf Grundeis, als die Demokratie immer näher kam mit den möglichen Folgen, dass die eigenen Bürger auf einmal dann auch Freiheiten haben wollen und letztlich freie Wahlen – nicht so Ergebnisse wie im Dritten Reich, DDR oder Russland mit 98 % Hurra Stimmen…

    Perfekt ist kein Staat, keine Staatsform, aber auch bei und nach der Wiedervereinigung und auch heute noch werden Fehler gemacht.
    Die Mauer muss fallen hat jeder früher gefordert – hat doch nie einer damit gerechnet, dass es passiert oder Glasnost bei Mütterchen Russland

    Russland hat das gleiche Problem wie das frühere Jugoslawien oder der Irak, die Tschechoslowakei usw – alles mit Gewalt zusammengebracht, hilet kurz oder lang und dann wollen die Menschen mehr…

    Aber Gorbi war schon eine positive Ausnahme und seine Stimme wird fehlen…

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    • Jeder glaubt halt so seinen Quellen.
      http://www.welt.de/politik/ausland/article236986765/Nato-Osterweiterung-Archivfund-bestaetigt-Sicht-der-Russen.html

      Was haben die Opferzahlen der russischen Armee mit dem Hitler-Stalin-Pakt zu tun?
      Stalin täuschte sich lange in Hitler. Charakterlich waren sich beide sehr ähnlich.
      Und beide stammten aus der Peripherie des Staates, den sie beherrschten.
      „Hitler und Stalin – parallele Leben“ war ein sehr gutes Buch in den späten 90ern.
      Das ändert nichts an der Tatsache, dass der Westen sich alle Mühe gibt, „Omaha Beach“ Kultstatus zu verleihen. Jedoch:
      Der II. Weltkrieg wurde jedoch an der Ostfront entschieden: Stalingrad, Kursk; Bagration-Offensive – danach gab’s kein Halten mehr.

      Das übrige, …steht halt so in der Zeitung. Man weiß nicht, ob aus Kalkül oder aus Nichtwissen der Schreiberlinge. Mit Recherche hält sich heutzutage keiner auf, wenn es um Russland und die Ex-Republiken geht.

      Es gibt den Lielischkies-Blick auf Russland.
      Und es gibt den Krone-Schmalz-Blick auf Russland.
      Beide jahrelange Moskaukorrespondenten. Und trotzdem diametral anders gepolt.
      Er guckt von der Durschnitts-Wessi-Perspektive auf Land und Leute, zählt die Schlaglöcher in der Schotterpiste außerhalb von Moskau und sucht die raren Ausnahmefälle, die auf unsere Schablone vom Demokratiesucher passen.

      Sie hat „unter Russen gelebt“, Land und Leute erfahren, deren Überlebensstrategien nachvollzogen – verstanden.

      Ein gewaltiger Unterschied.

      Gefällt 2 Personen

      • Glauben heißt nicht wissen und es ist nie bestritten worden, dass über das Thema gesprochen wurde, aber Fakt ist, dass es nie eine vertragliche Vereinbarung darüber gab.

        Und auch hier – wer ist Russland, dass es über die möglichen Bündnisse anderer Länder glaubt bestimmen zu können?

        Auch der aktuelle Hinweis von Putin an Finnland und andere, dass sie die Mitgliedschaft bereuen werden…es zeigt wieder den Größenwahn des Mannes, der von der alten Sowjetunion und einem Zarenreich träumt…

        Der Pakt weißt auch darauf hin, dass Russland eine nicht unerheblich eigene Teilschuld mit an den Toten hat, denn es gibt auch Historiker, die sehen dass auch Russland später Hitler angreifen wollte.

        Zu der Anzahl der Toten..kommt immer drauf an, aus welcher Perspektive man es sieht…bei den Soldaten, die Russen, bei den Toten bezogen auf die Einwohnerzahl, die Polen…

        https://de.m.wikipedia.org/wiki/Tote_des_Zweiten_Weltkrieges

        Omaha beach sehe ich nicht als Kult, eher als weitere Front

        Recherche gibt es aus Zeitungen, Büchern, Berichten, Zeitzeugen usw.

        Und das mit Wessi und Ossi, das ist die Mauer im Kopf, selbst wohl nach über 30 Jahren…

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      • Das mit dem mutmaßlich bevorstehendem Angriff Stalins auf Hitlers Reich gehört zur Rechtfertigungslyrik alter BW Offiziere a. D., die dann Hobbyhistoriker werden und Bücher schreiben, in denen die Kriegsschuldfrage kleingeredet wird.
        Die Faktenlage sieht jedoch ganz anders aus.
        Siehe Überraschungseffekt Juni 41, negieren der Funkwarnung von Dr.Richard Sorge. Stalins Angst, abgesetzt und erschossen zu werden, als sich sein Generalstab bei ihm meldete, nachdem die ersten Verlustmeldungen bei ihm eingetroffen waren. Aber die fragten ihn lakaienhaft um Rat, was sie tun sollen. Waren ja fast alle neu und unerfahren, da die Revolutionsgeneräle 1937 einer Säuberung zum Opfer gefallen waren. (Sputnik Sonderheft von 1990)

        Als Putin die Sache mit der Nato Osterweiterung bei Kriegsbeginn ins Spiel brachte, wurde der Fakt zunächst sehr wohl bestritten. Deshalb auch die erstaunte Überschrift des WELT Artikels Tage später: Oops da is ja doch was.
        Erst anschließend dann die Deutungen: Ja aber einen richtigen Vertrag gibts halt nicht.
        In den rasanten Zeiten von 90/91 ist sehr gut möglich, dass es sowohl Gorbatschow als auch Putin in Dresden reichte, dass das Versprechen in allen Zeitungen und der Tagesschau wiederholt wurde. Neues Denken. Unorthodoxe Weichenstellung für den ewigen Frieden, der da kommen sollte.
        Die Russen sind keine deutschen Bürokraten.
        Auch von Gorbatschow gibt es enttäuschte Statements über die dann doch erfolgte Erweiterung aus den 90ern. 2022 hat er dann das Gegenteil erzählt, wohl unter Schock, dass er nu auch noch den Kriegsbeginn erleben musste.
        Da will man dann auf keinen Fall mit dem Aggressor in einer Schublade landen.
        Verständlich.

        Es gibt durchaus eine gewisse westdeutsche Selbstherrlichkeit, DM bedingt, wenn es um Fragen des ärmlichen ehemaligen Ostblockes geht.
        Es gibt inzwischen auch reichlich Ossis, die das nachahmen. Mit Mauer im Kopf hat das also nichts zu tun.

        Gefällt 1 Person

      • Eben.

        Was ist dieses „Es gab keinen Vertrag“ überhaupt für ein Argument? Wenn Menschen, die man auf Grund ihrer Position für ehrenhaft halten kann, mündliche Zusagen machen und hinter mit der Ausrede kommen, es gäbe ja keinen Vertrag, dann weiß jeder anständige Mensch, was von deren Ehrenhaftigkeit zu halten ist. Ein Schlag ins Gesicht, den ich in meiner fast vierzigjährigen Laufbahn als ehrenwerter Hamburger Kaufmann nie erlebt habe. Als dieses „Argument“ damals auftauchte, war ich wirklich schwer erschüttert.

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      • Selbst wenn das stimmen sollte, ein wenig wohl, wie sieht es mit der nach wie vor besetzen Krim aus?

        Diese „Wahlen“ dort glaubt doch wohl keiner dem Herrn Putin, oder?

        Und nach wie vor entscheiden auch die Länder des ehemaligen Ostblocks selber, ob oder welchem Bündnis sie beitreten wollen, ob es dem Herrn Putin gefällt, oder nicht.

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      • 2. Februar 2025: Konkurs der Luzerner Bank
        5. Februar: Weiter Schweizer Großbanken geraten in Schwierigkeiten
        18. Februar: Die Pensionen für den Monat März können nicht gezahlt werden

        5. April: Die Schweizer Regierung sieht die einzige Lösung in dem von der Volksrepublik China vorgeschlagenen Wirtschafts- und Sicherheitsabkommen
        8. April: Die Bundesregierung erklärt, dass Deutschland die im Assozierungsabkommen vorgesehene Stationierung chinesischer Raketen in der Schweiz nicht akzeptieren kann.
        11. April: Die Verteidigungsminister Deutschlands und Frankreichs beraten das gemeinsame Vorgehen…

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