Siebenjähriges

Gestern wurde mein Blog sieben Jahre alt. Zum Feiern ist einem momentan nicht.

Das hier bleibt immer richtig und vernünftig.

Sondervermögen hin oder her, es verdienen lediglich die „Masters of war“.

100 Mrd für einen Verein, der ein Segelschiff generalüberholen ließ und dafür den Gegenwert eines Flugzeugträgers bezahlte! Gehts noch?

100 Mrd „Sondervermögen“ für einen Verein, der 1000 Mann nach Litauen schickt, denen jetzt die Unterhosen fehlen! Trotz eines Wehr-Etats von 42 Mrd. jährlich!

Die müssten längst alle Stahlhelme aus purem Gold haben!

Aber 10 Mio Sonder-Fond zur Rentensicherung: Da. Würde. Die. Wirtschaft. ZUSAMMENBRECHEN!

Ächz!

15 Gedanken zu “Siebenjähriges

    • Post von Ihnen freut mich immer ganz besonders. Das ist jedes Mal ein Stück DURAN. Und somit auch eine Erinnerung an meinen Vater, den denkbar größten Duran-Fan, der seine Söhne, meinen Bruder und mich, ebenfalls für dieses Buch begeistern konnte.

      (Ich habe inzwischen auch ihren Kommentar unter „er ist nun dort“ sichtbar gemacht.)

      Danke für beide.

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  1. „Das emsige Streben aber, die Menschen zu bessern und zu bekehren, hat Spielhagen jung gehalten“, schrieb Maximilian Harden am 9. Juli 1889 in einer Besprechung von »Ein neuer Pharao«. Das wünsch ich Dir auch.

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    • Yo. Danke. Passt. Denn er wie ich haben irgendwann aufgegeben, dran zu glauben. Aber man macht so weiter, weils nun mal vernünftig scheint, auch wenn man Missionar unter Kannibalen bleibt.
      Bob Dylan: its no time to think.

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  2. Der Erbe

    Angefangen hatte es mit ein paar Büchern seines Großvaters. Der hatte sie von einem entfernten Verwandten, der keine Nachkommen hatte, und hat selbst wahrscheinlich nie reingeguckt. H. las sie, und forschte in Antiquaraten, Büchern und im Netz weiter nach. Die Dokumente erzählten eine seltsame Geschichte von Liebe und Hoffnung, aber auch von Verzweiflung, Selbsttäuschung und Selbstaufgabe. Wen sollte das heute interessieren?

    H. las, wenn er ins Büro fuhr. Wenn er mal die Augen vom Buch hob, sah er in der U-Bahn lauter fremde Gesichter. Menschen, deren Wiege – oder wenigsten deren Mütter oder Großmütter Wiege – in Kurdistan, Palästina oder Russland stand. Aber auch von den Autochthonen kennt niemand mehr auch nur die gröbsten Umrisse der Geschichte, des Stückes Geschichte, ja Weltgeschichte, das er erforscht. Die handelnden Personen, einst weltberühmt, kennt keiner mehr.

    Auch wenn die meisten Bücher glücklicherweise nicht sehr teuer waren, brauchte H. viel Geld. Er musste viel arbeiten, um es zu verdienen. Und das Studium der Bücher, der alten Zeitungen und Dokumente, kostete viel Zeit, die er früh von seinen Bürostunden abzweigte. Er war immer als erster da… Anschließend musste er doppelt, nein dreifach so schnell und effektiv arbeiten wie die anderen. H. war immer gehetzt.

    Wofür das alles? H. hatte einen großen Gerechtigkeitssinn. Er wollte an zu Unrecht vergessene Helden, an heute völlig vergessene Genies erinnern. Jeden Tag wird unendlich viel Schönheit zerstört; Naturschönheit und Schönheit menschlicher Werke. H. wollte die Schönheit alter Poesie retten. Die Schönheit des Traumes von Herrinnen in dekolletierten Abendkleidern oder hoch zu Ross im Damensattel. Eine Dame ist reizvoller als zehntausend Jungfrauen im Paradies.

    Und H. war sich sicher, dass die kleine Korrektur, oder die paar kleinen Korrekturen, die die von ihm entdeckten Begebenheiten und Umstände am Selbstbild der Autochthonen bewirken würden, eine große Wirkung haben würden. Wer an die Erbsünde glaubt, ist nicht mehr offen für die Zukunft. H. wollte den Menschen etwas Last von den Schultern nehmen. „Nur wer sich selbst liebt, kann andere lieben“, hatte er mal gelesen. H. wollte den Autochthonen die Selbstliebe oder wenigsten die Selbstachtung wiedergeben.

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  3. H. war einsam. Die Leute in der historischen Gesellschaft wichen ihm erschrocken aus, als sie merkten, dass H. auch in ihrem engen Spezialgebiet mehr zu Hause war als sie. Und O., der einige der Bücher und Dokumente kannte, fehlte der Ernst, sich darin zu vertiefen und sie systematisch auszuwerten. H. staunte, wie lange O. für die Lektüre eines schmalen Buches brauchte. Und wenn H. ihn mahnte, flüchtete er in die Prärie.

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    • 🙂 Tja, der O. las sich immer in dümmlichen Internetportalen müde und wenn er dann ein Buch aufschlug reichte es nur noch zu 20 Seiten.
      Und der „nötige Ernst“ kam ihm abhanden, als er Hochschulen von innen kennenlernte. da packte ihn das Grausen.
      Und bei seiner Internetleserei erkannte er, dass es inzwischen so einige Transpiranten unbekannter Professoren gab, die sich müde gefußnotet hatten um Spielhagen Sekundärliteratur zu erzeugen, die kein Mensch las.
      Da packte ihn der Doppelgraus.
      Lieber schrieb er „im Fluss“ und ohne Fußnoten weiter.

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  4. Gratulation zu diesem Jubiläum.
    (Was hat heute schon noch Bestand, was ist von Dauer? Nur der Moment scheint noch zu zählen – das, was in irgendeiner Weise Gewinn verspricht).

    Viel Interessantes in den zurückliegenden Jahren bei Dir gelesen.
    Gut so.
    Dransetzen und weitermachen.

    Gruß
    Robert

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