John Prine passed away 2020

    1. „Da ist ’n Loch in Papas Arm
      Da fließt die Kohle rein
      Und wenn das Loch verstopft mal ist
      Dann nimmt er das am Bein

       

      Die Mama hat ’ne Naht
      Den ganzen Hals entlang
      Ist der Papa mal indisponiert
      Dann zittert seine Hand“

    Geschockt? Erkannt? Zugegeben: nicht ganz im Original übernommen. Zwei hab ich noch:

    1. „Guten Morgen, liebe Sorgen!

    Seit ihr auch schon alle da?

    Habt ihr auch so gut geschlafen?

    Na dann ist ja alles klar.“

    1. „Sie ist 40

    Und sie fragt sich

    War das nun schon alles,

    Was für mich vorgesehen war?“

    Leg dir das Debut von John Prine auf – und sie werden dir alle begegnen. Interzone, Jürgen von der Lippe, Udo L., – das nenn‘ ich Breitenwirkung. Tanya Tucker und Bette Midler gehören auch noch ans Schlepptau von ihm. Er starb am 7.April. Und nirgends eine Meldung.

    Deshalb ist es gut, dass es Blogger gibt, wie Hotfox. Der erinnerte neulich an ihn und machte durch die kleine Schlussnennung der Lebensjahre das Ableben bekannt.

     

    John Prine?

    Er war nie so ein großer Name wie Waylon Jennings, Johnny Cash, Willie Nelson.

    Zu wenig Suff? Zu wenig Koks? Kein Management?

    Ich weiß auch nicht, woran es liegt, dass mancher groß wird und mancher nicht.

    John Prine blieb in der Nische „ewiger Geheimtipp“, schuf Songs mit Widerhaken; wie Guy Clark, Dave Alvin, Billy Joe Shaver. Gute Gesellschaft, deucht mir.

    Ich habe mich vor geraumer Zeit bereits an einem seiner Werke vergriffen.

    Hiermit möchte ich – symbolisch und nachträglich – meine drei Hände voll Erde in seine Grube werfen.

    Some human ain’t human

    (von der fantastischen CD „Fair and Square“ 2005)

    (Dt. Version: Bludgeon)

    Manche Menschen sind keine

    Was ham die bloß im Sinn

    Schau ihnen ins Herz

    Da willst du wirklich nicht hin.

    Du siehst dort nur Abfall

    Wo Gefühl hingehört

    Und statt Gewissensentscheidung

    Wird Geld nur vermehrt

    Manche Menschen sind keine

    Aber sie atmen wie du

    Sie leben und laufen

    Und winken dir zu

    Und du lässt dich täuschen

    Und das nicht nur im Schlaf

    Sie sind die Verdiener

    Und du – Gottes Schaf.

    Geh ruhig in die Kirche

    Wo man von Fürsorge spricht

    Schau dabei deinen Nachbarn

    Genau ins Gesicht.

    Die tratschten bis eben

    Noch über dich und die deinen

    Und wollen urplötzlich

    Brav und christlich erscheinen.

    Trotzdem hast du so Phasen

    Und alles läuft gut

    Prompt kommt so ein Wichser

    Und pisst dir in den Hut

    Du genießt deine Freiheit

    Hast nen ganz guten Tag

    Da kommt’n Cowboy aus Texas

    Macht einfach Krieg im Irak.

    Ja manche Menschen sind keine

    Sie blecken’s Gebiss

    Was sie denken und tun

    Es führt zu Beschiss.

    Thanx für „Sam Stone“, für „Angel from Montgomery“, für „hello in there“ –  und all die anderen Songmonolithen, Tearjerker, and also the beasty slap in the face songs right out of the mirror too. Schlaf gut, John.

Ein Gedanke zu “John Prine passed away 2020

  1. „Sam Stone“ aus dem Debütalbum ist ein starker Song über die Trägheit und Drogensucht eines heimgekehrten Vietnam-Veteranen, der daran erinnert wie Scheisse der Krieg ist. Prine hat später diesen Song auf dem Album „Souvenirs“ nochmals in einer Akustikversion aufgenommen. Es gibt auch ein Album von ihm mit dem Titel „German Afternoons“.

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