Frohburger Apostel-Legende

  1. Begegnung

Als Jesus durch ein Kornfeld ging, umgeben von seinen Jüngern, sah ihm eine 15jährige dabei zu.

Wir schreiben das Unruhejahr 1953. Das Mädchen steht vor der Auslage des Buch- und Bilderladens Berthold in Frohburg, fühlt sich an ihre vorpubertäre Nonnenschwärmerei erinnert und beschließt, das Bild anlässlich der anstehenden Silberhochzeit der Eltern zu kaufen. Durch Altstoffsammeln haben sie und ihre Geschwister ein paar Mark im Sparschwein. Den Rest gibt der bereits studierende, große Bruder Karl dazu, der froh ist, sich keinen Kopf mehr machen zu müssen, was man schenken könnte.

Das Bild ist im spärlich möblierten Vertriebenen-Haushalt der Schillers, im 4. Jahr der Wiedersesshaftwerdung sowas wie ein erster Luxusgegenstand. Vom Glauben hat sich zwar die Familie komplett verabschiedet, jedoch ist ein religiöses Gemäldemotiv eben doch so etwas, wie ein gutbürgerliches Kulturpflaster auf die Wunden, die Flucht und Statusverlust schlugen. Es findet seinen Ehrenplatz über den Ehebetten, den es bis 1988 nicht verlässt.

Das Jahr ’53 sollte in einem weiteren Punkt ein relevantes Jahr für die Schillers werden. Just zur Silberhochzeit in kleinstem Kreis, zu Hause im Wohnzimmer, kam ein Gast. Der war nicht geplant. Die Kuchenstücke waren im 6 Personenhaushalt abgezählt, der „gute Bohnenkaffee“ teuer und deshalb knapp. Noch war Zuteilung auf Lebensmittelkarte angesagt. Wer mehr brauchte, zahlte bei der HO kräftig drauf. Aber der große Bruder Karl hatte da in Leipzig einfach einen Typen eingeladen, den er am Ring-Café angesprochen hatte:

„Bist du nich der Findeisen-Seff aus Gobel; vo dor Fleischerei?“

Tatsächlich! Er hatte jemanden aus „der alten Heimat“ wiedergefunden! Noch dazu jemanden, dessen Familie in geschäftlicher Beziehung mit der Tuchfabrik gestanden hatte, wodurch in der Kleinstadt damals auch familiär ein loser Kontakt entstanden war. Das erste Abtasten beim Gespräch im Ring-Café – bei jeweils einer in die Länge gezogenen Tasse Kaffee – ergab, dass beide keine Kommunisten geworden waren und durchaus Ähnliches studierten: Human- und Veterinärmedizin. Weiter machten beide keinen Hehl daraus, wie elend sich die derzeitige familiäre Lage gestaltete, wodurch bei „Karl dem Großen“ die Spontan-Idee entstand, „Seff den Kleinen“ einzuladen, ohne aber das Jubiläum der Eltern zu erwähnen:

„Kummok am Wochenende nach Frohburg.“

Dem Findeisen-Seff war das nun extrem peinlich, als er da ohne Vorwarnung und lediglich mit einer kleinen Pralinenschachtel als Mitbringsel in die Silberhochzeit einer Familie platzte, zu der man früher „zu Hause“ halb in Ehrfurcht, halb aus Neid aufgeschaut hatte. Aber diese traditionelle Kluft hatte die gewaltsame Angleichung der Verhältnisse in jüngster Vergangenheit wie weggeblasen.

Er wurde nett aufgenommen und so wiederholten sich die Besuche. Immer öfter. Die 15jährige wurde 21 und von ihm geheiratet. Nun war das Band fest geknüpft.

Bald darauf kam ein gewisser kleiner Dakota ins Spiel. Er kränkelte. Wenn die junge Familie, die es ins 70 km entfernte Naumburg verschlagen hatte, in Frohburg weilte, achtete die nunmehrige Oma peinlichst darauf, dass „das Kind seinen Mittagsschlaf einhält“. Sie war darin die Einzige in der Sippe. Zwar hatte die junge Mutter selber mehrfache Anläufe unternommen, dem Beispiel anschließend zu Hause folgen zu wollen, jedoch gelang es dem kleinen Quälgeist stets, jenes unsinnige Ansinnen innerhalb weniger Tage weg zu quengeln. Wenn er dort mittags aus dem Kindergarten kam, war Mutter meist noch arbeiten und Großmutter war das Thema Mittagsschlaf wurscht. Welcher 4-11jährige ist mittags müde?

2. Behaarung

So ergab es sich, dass ich in Frohburg mittags immer im Schlafzimmer der Großeltern im Kinderbett am Fußende der Ehebetten lag. Südseite. Kein Rollo. Und der Jesus im Kornfeld war der einzige Aufhänger für die hellwache Phantasie, die unumgängliche Stunde zischen 1 und 2 totzuschlagen.

dav

Wenn ich es recht bedenke, begann mich dieses Bild schon sehr früh zu fesseln. Mit 4 oder 5 Jahren.

Wer der vorne war, wusste ich, dass der neben ihm Petrus sein würde, ahnte ich und wie die andern heißen, konnte ich nicht wissen. Die sahen alle aus wie eine Räuberbande, die in Nachthemden spazieren gingen und verbotenerweise quer durch ein Kornfeld trampelten. Wenn man ihnen das nachmachte, dann gab es garantiert einen Rentner, der am Feldrand gerade Karnickelfutter sichelte und selbst große Jungs noch zwischen den Ähren anbrüllte:

„Obor raus da! Ihr Baggaluden! Wolltor woll nich unsor Broood zordrädn! Du da! Du bisstoch  Dischlorn Seiner! Das meldch in euror Schule! Ihr Nüschdnutze iohr!“

Es braucht ein Dorf, um ein Kind zu erziehen! (Zu meiner Zeit schlich man solcher Art ertappt beschämt von dannen. Es war nicht alles schlecht.)

Aber die sahen nicht wie Kinder aus. Räuberbande passte besser. Nur wurde ja der Jesus immer als „ein Guter“ beschrieben, wenn von ihm gesprochen wurde. Also entstand Gedanke Nr. 2:

Meine damalige Lieblingsmärchenplatte war die Single mit den 4 Bremer Stadtmusikanten. Aber der Schluss ist einfach Mist für einen Tierarztsohn:

Vier alte Tiere ohne Betreuung in einem Wald im Räuberhaus!

Was wird, wenn die Speisekammer leer gefressen ist? Wer zieht dem Hund die Holzböcke raus? Wer ruft den „Duktor“ an, wenn dem Esel eine Futterrübe quer im Hals steckt?

Wenn nun aber die Räuber Tierfreunde wären und mit den 4en zusammenleben würden, dann — müssten sie so aussehen wie die Typen da im Kornfeld. Sicher sind die gerade auf dem Weg zur Waldhütte, um ihren Tieren zu helfen. Wenn ich groß bin, trage ich Vollbart und befreie Troll in Kösen aus’m Zoo. Udo darf Petrus sein. Und Connie? Problem. Dem Jesus fehlt‘n einfach Mädchen in der Bande. Aber – ach! Connie kämpft eh wie ein Junge. Die is‘ einer von den andern. Der dritte da hat keinen Bart. Passt.

Um 1967 herum muss es gewesen sein, dass wir wiedermal auf dem Weg nach Frohburg waren und Vater aufschrie:

„Gucke! Jetz‘ geht das och bei uns los!“

Er hatte im Vorbeifahren eine astreine Jesuserscheinung am Roßgarten ausgemacht. Mähne, Bierglas, mehrere Ketten um den Hals stand da einer, der ungefähr aussah wie der Typ von Mouth & McNeal später. Der erste Stadt-Beatle von Naumburg. Ich hatte ihn auch gesehen und war schwer beeindruckt.

„Ungewaschne Gammler. Frisch ausm Knast! So läufst du mir nich’rum! Das hätt’s früher nich‘ gegehm.“

Hm. Wird schwierig. Das war sofort klar. Und ungefähr ein Jahr später kam Luggie in unsere Klasse. Da saß das langhaarige Vorbild nur 3 Bänke weiter im selben Raum!

Dann begann der Geschichtsunterricht in der 5.Klasse. In Klasse 6 allerhand Wissenswertes über Chlodwigs freie Franken, deren Markenzeichen die schulterlangen Haare waren!

Und immer noch in Frohburg nach dem Mittagessen: „Ab ins Bett! Wir wolln ja nicht, dass de nochmal so lange ins Krankenhaus musst! Also schlaf. Das stärkt den Körper.“

Ach Quatsch. Die Zweifel am Erwachsenenwissen nahmen zu.

Dann liegste so da und guckst den Hippies da im Kornfeld zu und ganz neue Fragen entstehen, die du auch prompt dann und wann in den Frisur-Streit einstreust:

„Vati! Du als Hitlerjunge! Wolltest du nie freier Germane sein?“

„Doch! So hamwer uns doch gefühlt!“

„Wieso hattet ihr dann immer diesen Topfschnitt freiwillig? Die Franken trugen schulterlang. Die Goten sicher auch. Wate von Stürmen trug Mähne als er Gudrun rettete.“

„Ach du. Das spielt keene Rolle. Das war ne andre Zeit. Lange Haare kratzen im Nacken. Und ziepen unter der Gasmaske.“

Nicht überzeugend. Zweifel an Erwachsenem Wissen Teil 2.

Tage später neuer Vorstoß, im Beisein von Großmutter und Mutter:

„Ihr habt doch früher alle mal an Gott geglaubt. Und die langen Haare haben nicht gestört. Der war nicht verlaust und so. Wieso darf ich dann nicht rumlaufen wie er?“

Großmutter: „Weilde dusst keene Wunder vollbring.“

Autsch!

Mutter: „Du gehst zum Friseur und ab! Keine weitere Diskussion!“

Großmutter: „Geh oke. Bist ja immer fesch wieder gekomm.“

Wie ein junger Theo Lingen fühlte ich mich dann in einer Klasse aus lauter Netzers und Kinskys, mit einem Ecke als Albert Hammond Verschnitt dazwischen. Warum bloß merken die das nicht!

Erst der Auftritt der Klaus Renft Combo in „Wünsch dir was – mit Irmgard Düren“ wendeten das Blatt.

„Wenn die sogar ins Fernsehen dürfen….“, hieß es plötzlich. Uff. Endlich Mäcke! Ende 1973!

Frisuren kommen und gehen. Anfang 1978 kam der Punk und somit der grade noch EOS kompatible Igel. Ein Irokesenkamm wäre für die Schule und die Familie zuviel gewesen.

 

3. Bewahrung

Die Jahre gingen hin und die Stagnation wurde spürbar. Die große Phrase der Partei „Alles zum Wohl des Menschen!“ war zum zynischen Witz verkommen, für alles was fehlte. Ärgerliche Jahre der Staatsagonie 87/88.

Oma aber hatte sich urplötzlich entschlossen, zu reden, wie es Staatsbürgerkundelehrbuch und „Neues Deutschland“ vorsahen. Das war neu und seltsam. Stets war sie eine eher unpolitische Frau gewesen, die sich schnell an die modernen Hobbies und Spleene ihrer Kinder und Enkel gewöhnen konnte. Für die letzte Etappe schien sie nun auf Verlässlichkeit zu setzen: Ein Alles in Frage stellen, kam für sie nicht in Betracht. Vielleicht weil der 1945er Sturz aus bürgerlicher Saturiertheit in Heimatlosigkeit und bitterste Armut zu tief gewesen war. Nun hatten sich die Kinder nach oben gekämpft und wiederum schien sich ein böser Umbruch anzukündigen, dessen Auswirkungen nicht abzusehen waren: „Ihr wisst ja nicht, wie gut‘s euch geht!“

Ihre Kräfte schwanden. In Frohburg im 2. Stock hätte sie sich nicht mehr allein versorgen können. Pflegeheime verboten sich von selbst. Sie blieb in Naumburg im Kreise der Familie ihrer ältesten Tochter und starb wohlversorgt in meinem Kinderzimmer. Das wurde ja nicht mehr gebraucht, denn ich war inzwischen „da hinten bei den Sorben“ in Lohn und Brot.

Zu Hause wurden die Trauerfeierlichkeiten zu einem historischen Ereignis, denn hier sah ich alle 7 Cousins und Cousinen zum letzten Mal komplett vereint. Einige seitdem nicht wieder. Es ist, als hielten manche Menschen die Fäden eines Netzes – und wenn sie fallen, fällt auch das Netz auseinander. Niemand hebt die Enden auf. Da war kein Zerwürfnis, nicht die Spur eines Anlasses; und trotzdem: Es sollte wohl nicht mehr sein. Ein Familientag, anfang der 90er, sehr unvollständig besucht, blieb Eintagsfliege.

Diesmal aber war noch alles in Butter. Erinnerungs-Rallye aller Beteiligten, kaum dass die Beisetzung vorbei war: Rekapitulieren all der Ferien in Frohburg, der Kauf des Tischtennis-Sets, als ich 12 war und das deshalb entstandene Abendritual:

Tante Ursel: „Aber wisstor überhaupt, dass de Muddi mitm Bludgy als er 12 war jeden Abend Tischtennis gespielt hat, oam Esstisch im Wohnzimmer?“

Onkel Karl: „Unse Muttor nach’m Oberschenkelhalsbruch, spielt noch Tischtennis im Wohnzimmer?!“

Ich (triumphierend): „Bei Rock&Roll! Denn hinter ihr lief dabei im Radio der aktuelle Plattenteller oder Memory Hits!“

Onkel Achim: „Und mir durftn uns ne muxen, weng Hofmann unter uns. Der koam dauern nörgln, dass bei ihm de Lampe däte waggln. Laufend kloppte der mitm Besen von unten an de Decke.“

Onkel Karl: „Und dannoch Rock & Roll. De letzte Schelle vo dor Mutter hoabich gekriegt, als ich Bill Haley offm Kochtöppen getrommelt hab.“

Tante Ursel: „Aber nich‘ wegen dem Haley, sondern weilde ihrn Kochlöffel abgebrochen hast.“

Eine Kamelle nach der andern tauchte auf, wurde belächelt und verschwand, wie schließlich auch die Trauergäste in alle 4 Winde.

„Wir räumen nächste Woche Omas Wohnung leer. Kannst du noch was gebrauchen?“ fragte Mutter kurze Zeit später.

„Das Jesus-Bild ausm Schlafzimmer.“

Mutters erstaunt-erfreuter Blick war einmalig.

Der Satz war mir einfach so eingekommen. Ohne Plan. Ohne Gier. Ohne „erben wollen“. Direkt aus dem Unterbewusstsein. Erst als  das Bild  in meinem Verbannungsdomizil im Schlafzimmer an der Wand hing, kam die Erleuchtung: Irgendwas muss bleiben!

Es kam mit mir herum. Von der Bauern-Kate im Sorbenwald in den Plattenbau im hohen Norden und wieder ein Stück zurück ins ererbte Haus der Schwiegereltern. Hier hängt es immer noch im Schlafzimmer. Die Hippies im Kornfeld. Oid wuarn sammor. Inzwischen klappts auch dann und wann mal mit ‘nem Mittagsschlaf darunter.

(Gemälde: Jesus im Kornfeld; von Etienne Azambré)

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29 Gedanken zu “Frohburger Apostel-Legende

  1. „Es ist, als hielten manche Menschen die Fäden eines Netzes – und wenn sie fallen, fällt auch das Netz auseinander. Niemand hebt die Enden auf.“ – Das ist mein Glanzlicht in der Geschichte, weil selbst so erlebt und losgelassen.
    In solchen Momenten entwickelt sich wohl auch eine Besinnung auf andere, individuellere Fäden, an denen sich in beinahe autistisch erlebten, bildhaften Augenblicken das eigene Gefühl für Da-Sein festmacht, nicht an Personen, die einem mit dem Loslassen der Spannung im Netz plötzlich rätselhafter und fremder erscheinen, als sei mit dem Weggehen eines der Straffbeieinanderhalter auch eine Blockade, ein Tabu gefallen, eine grössere Distanz zu den anderen, eine individuellere Wahrnehmung von sich selbst als das was einem letztendlich bleibt, solange man sich nicht auch „im Nachthemd“ davonmacht.

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    • Hm. Blockade beseitigt? Tabu gefallen? Möglich, dass es der eine oder andere von den 7 so empfindet. Auf mich triffts nicht zu. Sich einmal alle 1 oder 2 Jahre zu treffen, wäre für mich keine Qual. Aber die müssen ja nicht alle meine Meinung haben.

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      • Das ist wohl das grösste Problem dabei, dass der selbstverständliche Halt ersetzt wird durch eine ungleiche Verteilung der Bindung, als hätte jeder ein verschieden grosses Stück vom zerrissenen Netz oder sogar keines in Händen behalten. Darum empfinde ich deine Netz-Metapher für so grossartig gelungen.

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  2. Eine bemerkenswerte Geschichte. Schönen Dank dafür.
    Und zwei beeindruckende Sätze : „Es braucht ein Dorf, um ein Kind zu erziehen! (Zu meiner Zeit schlich man solcher Art ertappt beschämt von dannen. Es war nicht alles schlecht.)“ – der zweite wurde bereits von Puzzleblume genannt.

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    • Danke. Bei „Es braucht ein Dorf…“ muss ich zugeben: Den Satz hab ich irgendwo mal aufgeschnappt. Der ist nicht von mir. Als ich ihn las (oder hörte?) klang er, als wäre es ein Sprichwort, das ich noch nicht kannte. Er leuchtet einfach sofort ein.

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  3. da du das Bild so wertschätzt, ein bisschen Hintergrund: der Mann neben Jesus ist wahrscheinlich Petrus, und keinesfalls Paulus. Denn der ist dem lebenden Jesus nie begegnet. Bekanntlich hat Saulus die Christen in römischem Auftrag verfolgt, bis er „auf dem Weg nach Damaskus“ dem Auferstandenen begegnete, der ihn mit Donnerstimme fragte: warum verfolgst du mich? Saulus – von nun an Paulus – brach geblendet (zeitweise blind) zusammen und wurde der wichtigste Apostel, da er die christliche Taufe von Nichtjuden durchsetzte und dadurch das Christentum von einer jüdischen Sekte zu einer Wetreligion erhob.
    Was die Szene im Kornfeld betrifft, so ist sie bei Matthäus belegt: Jesus geht mit seinen ungewaschenen Jüngern an einem Sabbat durch ein Kornfeld, und seine Anhänger „raufen Ähren“ – dh sie haben Hunger und bedienen sich. Ein klarer Verstoß gegen die Sabbat-Ordnungen (Fasten u.a.) und einer der Punkte, die von den Pharisäern gegen Jesus vorgebracht wurden.
    Frohe Auferstehung!

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  4. „Du willst Pionier sein? Zertrittst das Brot!“, zitiert nach Gerhard Holtz-Baumert: „Alfons Zitterbacke hat wieder Ärger“. 🙂

    Meine Erlaubnis zur Etwas-länger-Haar-Frisur bekam ich auch aufgrund einer Sendung im DDR-Fernsehen. Natürlich nicht ohne Bitten und Betteln. Den Ausschlag gab Teil 3 der Serie „Aber Vati!“, wo die Heldenzwillinge mit längerem Haupthaar auftraten als in den ersten beiden Teilen.

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    • Da fällt mir urplötzlich ein, dass die beiden Aber-Vati-Zwillinge mit ihren „langen“ Haaren eigentlich exakt so aussahen wie die Söhne von Helmut Kohl auf jenem früh70er Wolfgangsee – Foto, auf das ich im Post „das kalte Herz“ anspielte. Gesamtdeutschphänomen’73

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      • Fällt das unter ideologische Diversion? Sollte in dem Fall Erik S. Klein als treusorgender Vater von Peter-und-Walter-Kohl-Lookalikes Sympathien für Helmut Kohl wecken, die dann gut anderthalb Jahrzehnte später Früchte tragen sollten?
        Bei mir keine Chance! Klein hat den kleinen Zitterbacke unter Androhung von Gewalt durchs Schwimmbad gejagt. Der konnte nicht sympathisch sein. Er wurde erst besänftigt, als er in Zitterbackes Vater einen Armeekumpel (von welcher der in Frage kommenden Armeen eigentlich?) wiedererkannte.

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  5. Ja, wieder mal so ein ganz und gar bemerkenswerter Text … ich glaube, solche biographischen Erinnerungen, Notizen, Gedankengängen stehen oft stellvertretend für die jeweilige Generation. Einerseits individuell erlebt, andererseits aber dennoch Ausdruck einer bestimmten Zeit.

    Ich erinnere mich noch an meinen aufgezwungenen Mittagsschlaf im Kindergarten … und ich ich erinnere mich an all die „langhaarigen Gammler“ bei uns … die wurden öfters mal mit „Ah, der Ersatz Jesus von Oberammergau“ angesprochen.

    Das war aber noch die freundliche Variante.

    Mein langhaariger Bruder wurde ob seiner Haarpracht mal von einem aufgebrachtem Bürger verprügelt … those were the days …

    Na ja, und dann hat die Punkgeneration uns langhaarigen Affen gezeigt, was ne Harke ist … Haare als Identifikation … mit einer bestimmte Sub-Kultur … man wollte ja dazugehören ….

    Und bei dem Satz “ „Es braucht ein Dorf, um ein Kind zu erziehen!“ fiel mir ganz spontan dieser großartige Film „Das weiße Band“ ein…

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    • „Das weiße Band“ – au weiha! DIESE Erziehung meinte ich nicht! Wenn schon Kaiserzeit, dann die idyllische Version davon aus den „Heiden von Kummerow“, mit Sam Hawkins als Krischan Klammbüdel.

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  6. Wie sich manche Geschichten doch ähneln , trotz damaliger Ost-West Grenze…ich wurde in den Ferien immer aufs Dorf zu meiner Oma geschickt, und musste auch Mittagsschlaf halten, unter gefühlten 2 Meter dicken Daunenbettdecken…und an der Wand, du ahnst es schon…Jesus in Öl auf 1 Meter mal 2,50 Meter schreitet durchs Kornfeld sonnenstrahlenumkränzt….und der Bilderrahmen war Pseudogold und mindestens 20 cm Breit , dazu schwer verschnörkelt….Jahre später habe ich mich gefragt wie das wohl so mit Oma und Opa im Bett und Jesus darüber so war….da hing über meinem Bett ein selbstgemaltes Status Quo Poster ohne Rahmen mit Stecknadeln an die Wand gepinnt…und noch ein paar jähre später bin ich bei Nacht und Nebel 600 km gefahren um das Bild zu retten, Oma war gestorben und ich zu spät…Bild im Sperrmüll (meine Eltern waren die Täter)…schade eigentlich drum…
    LG Jürgen

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    • Eigentlich sollte man bei dem Ausgang natürlich nicht „gefällt mir“ drücken. Aber andererseits diese so deutliche Paralelle zwischen uns zuvor…wenn das kein Zeichen ist! Und dann auch noch endlich mal jemand, der Dan Fogelberg a)überhaupt kennt und b) auch noch mag!

      Deine Eltern tickten eben damals schon wie die vielen, vielen Fälle, die heute bei „Bares für Rares“ ihre Familiengeschichte für einen Restaurantbesuch verhökern. Ein Volk verscherbelt seine Vergangenheit oder vercontainert sie. Ätzend.

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      • Familiengeschichte ist etwas für Sesshafte. Wer alle paar Jahr umzieht wegen Job und Beziehung, kann sie nicht mehr mit sich führen.
        Und die meisten Verkäufer sind auch nicht mehr jung. Die sehen schon ihren Kindern und Enkeln beim „Entsorgen“ zu. Irgendwie kann ich da das mit dem „Verfressen“ schon verstehen.
        Herzliche Grüße mal wieder!

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      • Teilweise Zustimmung. Wenn es um Klaviere geht, oder um hektargroße Wandbilder – dann hast du Recht. Aber was ist mit Uromas Schmuck, den sie durch die Vertreibungswirren und Plünderattacken brachte; den sie im Leihhaus jedesmal wieder auslösen konnte, nach überstandener Not? – 200 Euro,4 Teenie-Neffen; für jeden Neffen ein Fuffie, damit die sich irgenwelchen Zockerkrempel kaufen können? Da klappen sich mir die Fußnägel hoch!
        Fürs Aufbewahren von 3 oder 4 Ringen/Broschen/Ketten braucht man doch keinen Platz!

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